Haltung beim Akkordeonspiel

 

Grösse des Instrumentes:

Ein zu grosses, aber auch ein zu kleines Instrument machen eine richtige Körperhaltung unmöglich.

Wenn das Akkordeon zu gross ist, muss es in Schräglage zwischen Kinn und Oberschenkel „eingespannt“ werden. Dies ist oft verbunden mit dem Hochziehen der Schultern → ein natürliches Funktionieren der Spielapparate wird dadurch verunmöglicht. Die mit dem zu grossen Instrument verbundene grosse Instrumentenbreite verhindert eine ruhige Balgführung.

Bei einem zu kleinen Akkordeon kann es zum Einknicken des Oberkörpers kommen → die Körperspannung und die natürliche Kraftentfaltung gehen verloren. Es kann auch sein, dass die natürliche Grundlage, weil die Auflage für das Instrument fehlt, gar nicht erst gefunden wird.

Die Instrumenten- und Körperproportionen müssen so zueinander in Einklang stehen, dass die richtige Körperhaltung ermittelt werden kann.

Körperquader = Akkordeonquader

Schulterbreite ↔ Instrumentenbreite

Unterarmlänge ↔ Instrumententiefe

Rumpfgrösse ↔ Instrumentenhöhe

Zu kleine Instrumente geben viel schlimmere Haltungsschäden, als zu grosse Instrumente!

Instrumentenlage am Oberkörper:

Der Diskantteil des Akkordeons muss links vom äusseren Ansatz des rechten Schlüsselbeins beginnen und zwar so viel links vom Schlüsselbeinansatz, wie es einem Achtel der gesamten Schulterbreite entspricht. Der Balgteil kommt dann über dem linken Oberschenkel zu stehen.

Haltung der Arme:

„Ruhelage“: Geschlossener Balg, Arme hängen lassen → Sitz des Instrumentes

„Spielhaltung“ (Ausgangshaltung): Arme hängen lassen → Unterarm bildet einen 90°-Winkel zum Oberarm → Unterarme nach innen zum Körper drehen (Hände gehen übereinander) → die Arme wieder so weit auseinanderziehen, bis sich nur noch die Fingerspitzen berühren → der linke Arm geht wieder nach aussen.


Richtige Haltung der Arme, richtige Instrumentenlage am Oberkörper!

Haltung der Beine, Stuhlhöhe:

Die feste Grundlage erfordert einen festen Stuhl (Stand und Oberflächenbeschaffenheit). Der ganze Körper muss federn können (nicht der Stuhl!). Die Bewegungsfreiheit des Körpers sollte gesichert sein. Das Becken darf nicht hängen (kein weicher Stuhl, Sofa). Der Rumpf balanciert die Armbewegungen aus, deshalb sollte die feste Grundlage sein. Es ist ausserordentlich wichtig, dass die Füsse aufliegen und dadurch die nötige Stütze geben können. Das „zu weit hinten sitzen“ auf dem Stuhl verringert die stützende Funktion der Füsse und die Rumpfbewegungen werden unsicher. Wenn wir auf dem Rand des Stuhles sitzen verlagert sich der überwiegende Teil des Körpergewichts auf den Fuss. Der Körper wird in eine angespannte Haltung gezwungen, da die Füsse nun alleine für das Gleichgewicht zu sorgen haben.

Bei richtigem Sitzen stützen wir uns zwar auf die Füsse, aber das Körpergewicht verlagert sich in der Hauptsache auf den Stuhl.

Ein zu hoher Sitz verlagert das Gewicht von Körper und Instrument vor allem auf die Beine → Körper wird zu grösserer Spannung gezwungen.

Ein zu niedriger Sitz vermindert die stützende Funktion der Füsse → der Rumpf wird zu einer Steigerung der Spannung gezwungen.

Die Füsse können ihre Aufgabe (unterstützen der Bewegungen des Rumpfes) am besten in etwas gespreizter Anordnung übernehmen. Das Mass der Spreizung sollte ungefähr der Schulterbreite entsprechen.

Den Körper sollte man zu Beginn immer in die Position bringen, dass alles möglich ist!

Quelle: Unterlagen von Yolanda Schibli Zimmermann, Musikerin, 8824 Schönenberg