Die Bassmechanik

 

Die Bassmechanik arbeitet folgendermassen, zum Beispiel soll der Basston C erklingen. Dieser C Ton kann, bei einer Bassmechanik mit 120 Knöpfen, an 2 Stellen in der Terzbassreihe und an einer Stelle in der Grundbassreihe gespielt werden.

Da es bei der Standardbassmechanik nur 12 Basstöne, also 1 Oktave gibt, genügen 12 Basswellen.

An der C-Basswelle sind 3 Wellenstifte, für 3 Knopfschieber, an den Stellen befestigt, an denen die Mitnehmerstifte der 2 C-Knopfschieber aus der Terzbassreihe und der Mitnehmerstift des C-Knopfschiebers aus der Grundbassreihe anliegen können.

Ein 4. Wellenstift befindet sich an der C-Ba8welle, wo der C-Fingerschieber im Basswerkrahmen eingebaut ist. Dieser C-Fingerschieber hat an seinem, aus dem Führungsrechen herausragendem Ende, 2, durch verbiegen einstellbare, U-förmige Haken. Ausserdem hat er an der Stelle, wo der 4. Wellenstift der C- Basswelle befestigt ist, einen Mitnehmerstift.

Die 2 U-förmigen Haken liegen an den 2 winkelförmigen Clavishebeln der Bass- und Akkordklappe an. .

Handelt es sich um einen 5chörigen Bass, so geschieht folgendes, wenn auf einen der 3 C-Bassknöpfe gedrückt wird: Der C-Knopfschieber dreht mit seinem Mitnehmerstift, über den Wellenstift, die C-Basswelle in Richtung Clavishebel. Der 4. Wellenstift der C-Basswelle schiebt den C-Fingerschieber, über dessen Mitnehmerstift, ebenfalls in Richtung Clavishebel.

Die U-förmigen Haken an dem C-Fingerschieber drücken gegen die winkelförmigen Clavishebel, an denen die Bass- und Akkordklappe befestigt ist und kippen diese bis zum Anschlag, in Richtung Bassgehäuserückwand. Dadurch öffnet die Bassklappe, unter der sich die Töne Kontra C und C befinden. Gleichzeitig wird die Akkordklappe geöffnet, unter ihr befinden sich die Töne c-c'-c". Somit kann jetzt der 5chörige Basston „C“ erklingen.

Die winkelförmigen Clavishebel der Bass- und Akkordklappen sind hinter dem Bass- und Akkordwerk, in einem extra auf der Bassfüllung montierten Lagerrechen, zusammen mit den Rückstellfedern, durch eine Achse, drehbar aufgefädelt.

Die Rückstellfedern bestimmen, über die Clavishebel, den Klappenschliessdruck und den Knopftastendruck.

 

Basseite

 

Funktionsbeschreibung der Akkordmechanik.

Die 80 festgelegten Akkorde einer Standardbassmechanik mit 120 Knöpfen, werden aus 24 Tönen, bei einem 2-chörigen Akkord, oder 36 Tönen, bei einem 3-chörigen Akkord, zusammengestellt.

Der mechanische Aufbau der Akkordmechanik ist vergleichbar mit der Bassmechanik. Sie besteht nur aus viel mehr Teilen.

Mit der Akkordmechanik können nur 48 Akkorde gespielt werden, alles andere sind Wiederholungen, die durch die Mechanik ermöglicht werden.

Da sich jeder Akkord aus 3 Tönen zusammensetzt, ist 1 Oktave in 2 oder 3 Tonlagen (Chöre) ausreichend. Deshalb sind in der Akkordmechanik nur 12 Akkordwellen, wie in der Bassmechanik. Jede Akkordwelle ist einer Akkordklappe zugeordnet.

Zum Beispiel soll der C-Dur Akkord erklingen. Er setzt sich aus den Tönen c-e-g zusammen.

Wenn der C-Dur Akkordknopf gedrückt wird, geschieht folgendes: Dieser Knopfschieber hat 3 Mitnehmerstifte für 3 Akkordwellen. Diese Mitnehmerstifte liegen an dem Wellenstift der 'C- Akkordwelle, der E-Akkordwelle und der G-Akkordwelle an und drehen diese in Richtung Clavishebel.

Jede Akkordwelle hat einen extra Wellenstift, der den C - E - G Fingerschieber, durch seinen Mitnehmerstift, auch in Richtung Clavishebel bewegt.

Die Fingerschieber haben an ihren, aus dem Führungsrechen herausragenden Enden, einen, durch verbiegen einstellbaren, U-förmigen Haken. Diese Haken liegen an den winkelförmigen Clavishebeln der 3 Akkordklappen, C - E - G , an und kippen diese, bis zum Anschlag, in Richtung Bassgehäuserückwand. Dadurch öffnen alle 3 Akkkordklappen gleichzeitig.

Unter der C-Akkordklappe können die Töne c und c', bei einem 2 chörigen Akkord, oder dazu c' " bei einem 3chörigen Akkordeon. Beim Ton e und g ist es dann ebenso. Somit kann ein 2- oder 3 chöriger C-Dur Akkord erklingen, je nach Chorzahl.

 

Basseite

 

Vollständigkeitshalber sei noch erwähnt, dass zum Beispiel der Ton c 17 mal, der Ton e 19 mal und der Ton g auch 17 mal zur Zusammenstellung der 80, Akkorde, einer Bassmechanik mit 120 Knöpfen benötigt wird. Es sind also 18 Wellenstifte an der C-Welle, 20 Wellenstifte an der E-Welle und 18 Wellenstifte an der G-Welle befestigt.

Jeder Wellenstift soll spielfrei am Mitnehmerstift des dazuge­hörenden Knopfschiebers anliegen. Ebenso die Wellenstifte an den Mitnehmerstiften der Fingerschieber.

Daraus ist ersichtlich, welche Präzisionsarbeit an einer Akkordmechanik geleistet ,werden muss, damit sie dauerhaft und exakt funktioniert! .

Richten der Knopf-und Fingerschieber einer Standardbassmechanik mit 120 Knöpfen.

1. Wenn die Bass-und Akkordknöpfe unterschiedlich hoch aus der Bassstufe herausragen, so muss die gesamte Mechanik neu eingestellt werden

Das geschieht folgendermaßen:

1.1 Handriemen und Bassverdeck ausbauen.

1.2 Die Befestigungsschrauben des Akkordwerkes heraus drehen und das Akkordwerk vom Basswerk ab-und herausnehmen.

1.3 Die Fingerschieber des Basswerkes, sollen spielfrei mit den U-förmigen Haken, ohne Spannung, an den Bass-und Secundklappenhebeln anliegen.

Ist das nicht der Fall, so müssen die U-förmigen Haken mit einer abgewinkelten Flachspitzzange nachgebogen werden, bis sie wieder spielfrei an den Klappenhebeln anliegen.

1.4 Die Knopfschieber des Basswerkes sollen mit ihrem Anschlag, das kann ein eingenieteter Stift oder das abgewinkelte Ende desselben sein, am Führungsrechen des Basswerkes anliegen, nachdem die U-förmigen Haken der Fingerschieber gerichtet wurden.

Ist das nicht der Fall, dann dürfen die Wellenstifte der Basswellen soweit nachgebogen werden. bis die Anschläge der Knopfschieber am Führungsrechen des Basswerkes anliegen.

Dadurch ergibt sich eine gleichmässige Höhenstellung der Bassknöpfe über der Bassstufe.

2. Das Einstellen der Akkordmechanik geschieht folgendermassen:

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Nachdem die Knopf-und Fingerschieber des Bassvlerkes ausgerichtet wurden, wird das Akkordwerk wieder auf das Basswerk gesetzt und angeschraubt.

2.1 Die Fingerschieber des Akkordwerkes, sollen ebenfalls mit den U-förmigen Haken, ohne Spannung, spielfrei, an den Secundklappenhebeln anliegen.

Ist das nicht der Fall, so müssen die U-förmigen Haken der Fingerschieber vom Akkordwerk, mit einer abgewinkelten Flachspitzzange nachgebogen werden, .bis sie spielfrei an den Secundklappenhebeln anliegen.

2.2 Da jeder Akkordknopf 3 Secundklappen öffnet, müssen die Fingerschieber von nur 5 Akkorden gerichtet werden.

Zuerst werden die Fingerschieber der Akkorde C-Dur, B-Dur und H-Dur gerichtet. Das sind bereits 9 Fingerschieber.

Diese unbedingt nach dem Ausrichten kennzeichnen, damit sie nicht, wieder verbogen werden!

Dann 2 Fingerschieber vom Des-Moll Akkord ausrichten. Der 3. wurde bereits beim C-Dur Akkord ausgerichtet und ist gekennzeichnet. Es ist der E Fingerschieber.

Als letztes wird nur noch der A Fingerschieber vom Ges-Moll Akkord ausgerichtet.

Jetzt müssen alle Knöpfe gleichmässig hoch aus der Bassstufe herausragen, denn durch die Wellenstifte der Akkordwellen werden die Knopfschieber gesteuert.

Sollten einige Knöpfe etwas tiefer stehen, so dürfen jetzt die dazugehörenden Wellenstifte soweit verbogen werden, bis die Knopfschieber mit ihren Anschlägen, am Führungsrechen des Akkordwerkes anliegen.